Liebe Marke-Machende,
in Bayern geht heute die Schule wieder los. Das ist ein schöner Anlass, um der Frage nachzugehen, mit welcher Perspektive wir auf die kommende Generation blicken: Traust du ihr zu, Probleme zu lösen und aktiv teilzunehmen an gesellschaftlichen Entwicklungen? Um diese Haltung zu entwickeln, sollten wir uns von der bewahrpädagogischen Perspektive auf junge Menschen lösen, behauptet Dirk in seinem jüngsten Buch und in einem Webinar am 8.10. - und fordert: Mehr Allyship für junge Menschen.
Neben dem Schulstart überschattet ein Ereignis aus der Markenfamilie Traditionsveranstaltungen unsere Stimmung in München. Diesmal mit leichtem Grusel, ob ab nächstem Jahr auch multinationale Getränkekonzerne dort ihre Zelte aufschlagen dürfen … weil die Münchner Stubn das so will. Darauf ein Prosit.
Hier soll es aber heute um Spinnen, Bahn und Bang & Olufsen gehen. Also legen wir los.
Mit mächtig machbaren Grüßen,
Lucas und Dirk
Dirk tourt mit seinem Buch “Social Media verbieten? Verboten!” und feiert die Ambiguitätstoleranz. Welch ein Glück.
Außerdem hat er über die Wahlerfolge der AfD und die Kommunikations-Strategie des Bundeskanzlers nachgedacht. Dabei geht er der Frage nach, wem wir unsere Aufmerksamkeit schenken - und warum es ein privates Problem ist, wenn du Angst vor Spinnen hast, Medien und Politik sich aber große Mühe geben, deine Ängste ernst nehmen, wenn dir jemand einredet, dass du Angst vor Zuwanderung haben musst:
Was würde passieren, wenn Spinnen-Sorge behandelt würde wie politsch verhandelte Ängste? Angst vor Spinnen wäre plötzlich ein relevantes politisches Thema – aber nicht, weil es das tatsächlich ist (oder sein sollte), sondern weil der mediale Mechanismus es dazu gemacht hat.
Populistische Bewegungen weltweit nutzen dieses Prinzip. Sie machen Angst und beobachten dann wie Medien und Politik diese “ernst nehmen” – und damit zu einem politischen Problem machen.
Während Dirk also all das ausspinnt, bedient sich Lucas niederer Kniffe der Marketing-Taschenspielerei und begeistert Kollegen und Partner mit neuem Finstral-Merch … süüüüß, gell?
Einfach mal neu einkleiden. Weil … ja, weil halt. So zumindest scheint es die Deutsche Bahn zu machen, die ihrem Brand Design ein Update spendiert.
Gestalterisch wirkt das jetzt nicht besonders zwingend … insbesondere das neue sekundäre Gestaltungselement der ‘Schwelle’ wirkt mit seiner rechts unten, randabfallenden Platzierung im Layout eher wie ein Darstellungsfehler bzw. eine Bildstörung.
Die aus der Formensprache dieser ‘Schwelle’ entwickelten Illustrationen in vertikalen Linien sind überschaubar gut erkennbar, der restliche Illu-Stil ebenfalls recht beliebig
Warum man dafür das superstarke, exzellent eingeführte Element des kleinen roten Strichleins namens ‘Puls’ fallen lässt … erschließt sich nicht so recht. Nach so viel visueller Wiedererkennbarkeit würden sich andere Marken die Fingerlecken – statt darauf zu verzichten.
Und schließlich noch die Frage: Warum ist eigentlich genau jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Facelift des Bahn-Auftritts? Die haben nichts zu verkünden, stehen nur Häme und Problemen gegenüber. Es ist auch keine grundsätzlich neue Botschaft zu erkennen. Welchen Zweck erfüllt es genau jetzt ein kostspieliges und für Laien nicht direkt nachvollziehbar besseres Kleid überzustreifen? Geht es am Ende nur darum das ein paar neue Marketing-Manager ihr Revier markieren wollen? Wenn da jetzt nicht noch irgendetwas von Substanz nachkommt, dass die Verwirrung auflöst … dann ist dieses neue Brand Design im ersten Schritt ein Wirkungsstrohfeuer und anschließend ein Wirkungsverlust. Wie schade.
Alles auf eine starke Marke setzen und einen Bang & Olufsen Store in Nürnberg eröffnen. Also wirklich. Ein echtes Ladengeschäft für TV- und Hifi-Equipment in der Innenstadt. Ist das nicht verrückt … bestellt man sowas nicht längst alles im Internet?
Mitnichten, weiß Hinrich Cordts. Und kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück. Vor zwanzig Jahren hatte er schon einmal einen B&O Store. In der Münchner Maximilianstraße. Anschließend managte er für verschiedene Premium-Marken ihr Retail-Business, ob Bang&Olufsen, Loewe oder BoConcept. Bei Loewe lernte Lucas ihn kennen … und dank ihm alles über die kontra-intuitiven Besonderheiten, Tricks und Kniffe des hochwertigen Verkaufens aus schicken Schauräumen. Die – richtig betrieben – so viel margenstärker, resilienter und schillernder sind, als eCommerce es je sein könnte.
In Nürnberg wagt er sich nun zurück in die detailreiche Welt eines einzelnen Stores. Das dürfte richtig gut werden.
*Wie soll ich mich denn melden, wenn ich mit euch sprechen will? Eine sehr gute Frage: unter lucas@machtmarke.info und dirk@machtmarke.info sind wir zu erreichen - und freuen uns auf Eure Anmerkungen!














