Betriebssystem Marke, Quadrat-Recht, Sonnwärts · Macht Marke #18
Machen, machen, machen – die Februar-Folge
Liebe Marke-Machende,
ihr seid voll im Trend: Marke machen ist der heiße Scheiß 🔥💩 der Stunde. McKinsey hat für seine vielzitierte ‘State of Marketing’ Studie leitende Marketing-Vögel befragt und verkündet nun überrascht ‘Branding schlägt KI’: Markenbildung, Authentizität und Budgetmanagement befänden sich unter den Top-5-Themen aller Befragten, während KI nur auf Rang 17 dümpelt.
Solch Zuspruch freut natürlich. Und doch erlauben wir uns wieder zu gemahnen: Marke ≠ Marketing. Weil es eben nicht nur um die äußere Erscheinung geht, sondern um den ‘inneren und inhaltlichen Zusammenhang sowie die Folgerichtigkeit aller Entscheidungen innerhalb einer Organisation.’ Diesen schlauen Satz haben wir uns bei Prof. Richard Jung ausgeliehen, der erst gestern wieder an die ungeheuerliche Wirkmacht der Marke als Betriebssystem von Organisationen erinnerte. Und mit dem Architekten und kreativen Kopf der AEG, Peter Behrens (1868-1940), auch gleich ein leuchtendes Beispiel anführte, das schon vor hundert Jahren zeigte, welch nachhaltiger Erfolg im ganzheitlichen Ansatz in Zeiten technologischer Sprünge und Unsicherheit steckt. Doch:“Leider ist diese herausragende Leistung in Vergessenheit geraten.” beklagt Prof. Jung.
Ganz die Meinung von Getränke-Unternehmer Andreas Herb. Der hat um die 2000er Sol und Miller-Bier in Deutschland eingeführt, bevor er entnervt selbst ins Marke machen (Salitos, effect, Scavi&Ray …) einstieg. Dass im Babo-Zeitalter jeder Hollywood-Promi und Influencer-Dödel meint, eigene Limo oder ‘nen Schnaps zum Erfolg marketen zu können, lässt ihn nur müde lächeln. Denn selbst in der blingbling-bunten Blubberwasser-Branche braucht Marke machen weit mehr Mühe – wie er in vier(!) hörenswerten Stunden in Tim Gabels Podcast berichtet.
Wolgang Grupp Junior – ja, genau dieser junge deutsche Textilunternehmer, der gerade in die übergroßen Fußstapfen seines meinungsstarken, talkshow-bekannten Vaters tritt, sagt sogar: Marke machen ist der Grund, warum es sein seit Jahrzehnten disruptionsgeschütteltes Unternehmen Trigema überhaupt noch gibt. Und gewährt tiefe Einblicke bei einem Rundgang durch dieses Reptil eines vom Garn weg selbst produzierenden, deutschen Modeherstellers … sowie im Gespräch beim Karriere Insider Podcast.
Mit diesen Hinweisen laden wir auch diesmal wieder ein, sich mit dem Handwerk des Marke machens en detail zu befassen – statt euch nur von schillerndem Marketing-Strategie-Blabla einlullern zu lassen. Um nicht schon wieder von Personas anzufangen … oder eben doch:
Mit mächtig machbaren Grüßen,
Lucas und Dirk
Dirk hat im Newsletter “Zwischen 2 und 4” die Frage beantwortet, wie ein guter Newsletter sein soll? So wie jener von Richard Oehmann.
Lucas arbeitet für Finstral mit Hochdruck an der Werbekampagne ‘Fenster neu erleben’, die langsam europaweit das Licht der Welt erblickt.
Typische Merkmale verteidigen. Was mitunter der Quadratur des Kreises gleicht, wie es zur Zeit Ritter Sport im Streit mit dem Haferriegel Monnemer Quadrat der Firma Wacker erlebt. Branchenriese gegen regionales Startup, das sich zu allem Überfluss auch noch kreativ zu wehren weiß. Sieger der Herzen wurden die Mannheimer also schnell, in erster Instanz haben sie sich auch vor dem Landgericht Stuttgart durchgesetzt.
Nur … so einfach ist es nicht. Denn Marke erkennt man daran, dass man sie erkennt. Markante Typik ist essentielle Zutat ihres Erfolgs. Sie zu entwickeln und verteidigen das Wesen der Markenarbeit. Weshalb sich auch Ritter Sport nun zu Wort meldet um seine Sicht der Dinge darzulegen: “Menschen lieben einfache Geschichten. Recht ist selten einfach.” … was einen nicht alltäglichen Einblick in die Natur solcher Auseinandersetzung bietet.
Euch von der Marke führen lassen. Im Fall der Würm-Anrainer Tim, Anton und Simon von Sonnwärts heiß das: immer weiter ins Licht. Was ist da passiert: Drei beruflich erfolgreiche Jungs aus Planegg wollen mehr Zeit für die Familie und dennoch etwas Sinnvolles tun … weshalb sie gemeinsam einen kleinen Solateur-Fachbetrieb für die Region gründen: Sie beraten, planen und bauen vornehmlich Privatleuten Photovoltaik-Anlagen auf und in ihre Häuser.
Simon kenne ich noch von Polarstern Energie (denen ich einst gemeinsam mit Stefan Sippell und Michael Noli einen wirklich wirksamen Markenauftritt schnitzen durfte). Als Simon bei Sonnwärts (damals noch GreenSolarWorkx) einstieg, trommelt er die alte Band wieder zusammen. Diese Unternehmung war zwar viel kleiner, aber wenn … dann wollte er auch hier wieder richtig Marke machen.
Gesagt, getan. Aus GreenSolarWorkx wurde Sonnwärts. Aus einem breiten Angebot ein überzeugendes Leistungsportfolio. Aus dem rumpeligen Ladenbüro in Planegger Bestlage das Sonnwärts Studio, in dem Photovoltaik schon vor dem Kauf erlebbar wird. Und dank differenzierender Typik änderte sich die Wahrnehmung im Wettbewerb zwischen lokalen Elektrikern und nationalen Vertriebsprofis wie Enpal oder 1KOMMA5° spürbar.
So hätte es bleiben können. Wären da nicht die Solateure von Emondo, die neben ihrem Fokus auf Gewerbeimmobilien eine neue Heimat für ihre Eigenheim-Sparte suchten. Und sich schnell einig waren: Die kann es eigentlich nur bei diesen so klar und überzeugend auftretenden Typen von Sonnwärts geben. Denn die Idee dieser Marke ist größer als Planegg und Umgebung. Sie ließe sich auch in ganz München erzählen …
Und so übernimmt Sonnwärts nun das Geschäft sowie die Kolleginnen und Kollegen der Emondo Eigenheim-Sparte, vervielfacht sich damit und bietet sein typisches Angebot künftig weit über das Würm-Tal hinaus an. Wo Marke einen eben so hinbringt, wenn man sich von ihr führen lässt.
Glückwunsch an Anton, Tim und Simon von Sonnwärts, sowie Andreas Maier von Emondo für diesen tollen Schritt.
*Wie soll ich mich denn melden, wenn ich mit euch sprechen will? Eine sehr gute Frage: unter lucas@machtmarke.info und dirk@machtmarke.info sind wir zu erreichen - und freuen uns auf Eure Anmerkungen!













